19.06.2017 G3 Gefahrgut- LKW auf der A2 (Südautobahn) verunfallt (Einsatz)

Am Vormittag des 19.06.2017 wurde die Stadtfeuerwehr Pinkafeld von der Landessicherheitszentrale zu einem Gefahrguteinsatz G2 Schadstoffaustritt mit kleinen Mengen auf die A2 Richtung Graz Höhe Raststation Loipersdorf alarmiert.

Die Stadtfeuerwehr rückte daraufhin mit einem ELF (Einsatzleitfahrzeug), ULF (Universallöschfahrzeug), RLF (Rüstlöschfahrzeug), SRF (schweres Rüstfahrzeug), GSF (Gefährliche Stoffe Fahrzeug) und einem KSF (Körperschutzfahrzeug) zum Einsatzort. Bereits auf der Anfahrt konnte erkannt werden, dass ein Tankfahrzeug beladen mit einem Gefahrgut unmittelbar vor der Abfahrt zur Raststation Loipersdorf von der Fahrbahn abgekommen, sich überschlagen hat und am Böschungshang der Autobahnüberführung seitlich zum Liegen kam. Die weitere Erkundung durch den Einsatzleiter HBI Kurt Tripamer ergab, dass der Fahrer schwer verletzt war und Gefahrgut dampfend ausgetreten war.

Der schwerverletzte Fahrer des tschechischen LKWs hatte sich selbst aus dem Gefahrenbereich retten können und wurde nach Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber C16 in das Krankenhaus Oberwart geflogen. Die Stadtfeuerwehr sicherte den gesamten Gefahrenbereich ab und baute mit dem ULF einen dreifachen Brandschutz auf. Zudem wurde ein erster Atemschutztrupp zur Erkundung der Situation und suchen der Transportpapiere in der zerstörten Fahrerkabine beauftragt. Zeitgleich wurde die Alarmstufe auf G3 erhöht und die Gefährliche Stoffe Spezialisten der Feuerwehren Pinkafeld, Bernstein, Markt Allhau, Neustift und Riedlingsdorf nachalarmiert.

Anhand der Transportpapiere konnte als Ladegut Phthalsäureanhydrid, ein brennbarer bei Raumtemperatur fester Stoff, der bei 160° C im geschmolzenen Zustand transportiert wird, identifiziert werden. Der Stoff reagiert mit Wasser zu einer Säure. Die weitere Erkundung zeigte, dass der Tankaufleger an zwei Stellen undicht und Produkt ausgetreten war, wobei das Produkt an den Austrittsstellen bereits auskristallisiert war, wodurch weiterer Produktaustritt verhindert wurde. Während der gesamten Sicherungsarbeiten wurden laufend Temperatur der Tankaußenwand und Schadstoffmessungen der Umgebungsluft durchgeführt sowie die Windrichtung überwacht. Der Tankwagen kam jedoch in so ungünstiger Position zum Liegen, dass ein Umfüllen des Produkts nur mit vorheriger Bergung des stark beschädigten Tankauflegers möglich gewesen wäre. In der gemeinsamen Lagebesprechung am ELF Pinkafeld mit dem Gefahrgutreferenten HBI Ulreich, der BH Oberwart, ASFINAG und Polizei und nach Rücksprache mit Experten des Landesfeuerwehrverbandes wurde daher entschieden, das Produkt im Tankwagen auskühlen zu lassen und erst nach Verfestigung des Stoffes die Bergung durchzuführen. Das ausgetretene Produkt wurde von den Gefährliche Stoffe Spezialisten unter Schutzstufe 2 in Behälter befüllt und die Schadensstelle freigemessen. Nach Sicherung des LKWs und des Tankauflegers mit Greifzügen und Aufbau eines Sichtschutzes wurde eine Sicherheitsfirma mit der Bewachung des Unfallfahrzeuges beauftragt. Die Bergung des LKWs mit Gefahrstoff wird in ca. 1 Woche durchgeführt. Nach ca. fünf Stunden konnten die Feuerwehren wieder einrücken. Die Feuerwehren Markt Allhau, Bernstein, Riedlingsdorf, Neustift a.d.L. und Pinkafeld standen mit insgesamt 15 Fahrzeugen und 59 Mann im Einsatz. Die Stadtfeuerwehr Pinkafeld bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften für die gute Zusammenarbeit.

 

 

 

Sofort wurde ein dreifacher Brandschutz (Wasser, Schaum und Pulver) aufgebaut.

 

 

 

 

 

 

Für die Dekontamination der Schutzanzugträger wurde ein Deko- Platz aufgebaut.

 

 

Der verunfallte LKW wurde mit einem Greifzug gesichert.

 

Am ELF Pinkafeld wurden laufend Lagebesprechungen durchgeführt.